Die Hindernisse im Detail

1 – Die Schildbürger und der Mühlstein

Um eine Mühle zu bauen, schlugen die Schildbürger aus einem großen Felsen auf einen Berg einen Mühlstein und trugen ihn mühevoll ins Tal. Unten angekommen dachten sie, dass es leichter gewesen wäre, den Mühlstein ins Tal zu rollen. Also trugen sie den Stein wieder den Berg hinauf. Um zu wissen, wo der Stein am Ende liegen bleibt, steckten sie einen Schildbürger in das Loch des Steines und ließen ihn talwärts rollen. Und so rollte der Stein samt Mann geradewegs in einen nahegelegenen See, in dem er ertrank. Die Schildbürger glauben jedoch bis heute, dass der Mann den Stein gestohlen hat.

Die Idee zum Hindernis:
Das Gelände ist leicht geneigt. In der diagonalen Achse rollt der Mühlstein symbolisch vom Berg und versinkt im See.

2 – Wie die Schildbürger eine Kuh auf die Mauer zogen

Auf einer alten Mauer wucherte schönes üppiges Gras. Und alle bedauerten, dass es da oben so nutzlos verwelken sollte. Der Schultheiß riet, das Vieh auf die Mauer zu lassen. Das würde das Gras schon fressen. Zum Dank dafür sollte des Schultheißens Kuh als erste das saftige Gras abfressen. Sie legten der Kuh ein starkes Seil um den Hals und zogen sie hinauf. Die erwürgte Kuh streckte die Zunge heraus. Erfreut riefen sie: „Seht, die Kuh läppert schon nach dem frischen Gras!” Die Schildbürger brachten die Kuh nicht hinauf. Und als sie sie herabließen, war sie tot. Darüber waren sie nicht betrübt, denn nun hatten sie Schlachtefest.

Die Idee zum Hindernis:
Eine alte Mauer mit üppigem Grasbewuchs und herunterhängenden Seilen stellt Kulisse und Durchfahrtshindernis gleichermaßen. Die Schildbürger haben sich verabschiedet und feiern ihr Schlachtefest ausgiebig.

3 – Wie die Schildbürger Licht ins Rathaus brachten

Mit großem Eifer machten sich die Schildbürger an den Bau ihres neuen, dreieckigen Rathauses. Als es fertig war, fiel ihnen auf, dass das Haus sehr finster von innen war. Sie hatten vergessen, Fenster einzubauen. Als Ratstag war, erschien jeder Schildbürger mit einem brennenden Kienspan auf dem Hut, denn jeder sollte im neuen Rathaus auch jeden sehen können. Die Schildbürger beschlossen, das Licht der Mittagssonne mit Schaufeln und Gabeln in Säcke, Töpfe und Körbe zu füllen und in das Rathaus hineinzutragen.

Die Idee zum Hindernis:
Neben den Fenstern wurden zusätzlich die Wände „vergessen“, so dass die Gespanne gut bei der Durchfahrt zu sehen sind. Der Turm des Rathauses steht in der Flucht mit dem echten Rathausturm von Schildau.

4 - Wie die Schildbürger Salz anbauten

Bei Kriegsgefahr wurde in Schilda das Salz knapp und so beschlossen die Schildbürger, Salz anzubauen. Weil Zucker, welcher dem Salz nicht unähnlich ist, wachse, müsse das Salz auch auf dem Felde wachsen, denn es besteht aus Körnlein. Sie brachen ein großes Stück Land um und säten Salz. Nicht lange, und der Acker grünte. Alle freuten sich. Um die wertvolle Salzsaat zu schützen, setzten sie vier Feldhüter zum Vertreiben der Vögel ein. Wer sollte ihnen sagen, dass da Brennnesseln wuchsen, die unter ihrer Obhut gut gediehen?

Die Idee zum Hindernis:
Die 6-eckigen Grundrisse der Einzelelemente symbolisieren Salzkristalle auf einem „Salzanbaugebiet“. Der Stein im mittleren Element steht stellvertretend für riesige Salzkörner.

5 - Wie die Schildbürger ihre Glocke versenkten

In Kriegszeiten hatten die Schildbürger große Angst um ihre schöne Rathausglocke. So beschlossen sie, die Glocke in Sicherheit bringen, indem sie sie im Seebad versenkten. An der Stelle, wo sie die Glocke ins Wasser ließen, schnitten sie eine Kerbe in den Bootsrand. Damit wollten sie sicher gehen, dass sie ihre Glocke später auch wiederfinden und sie aus dem See holen können. Leider fanden die Schildbürger ihre schöne Rathausglocke nie wieder.

Die Idee zum Hindernis:
In diesem spektakulären Wasserhindernis ist das im Schildbürgerstreich besagte Boot in vierfacher Ausführung kreisförmig, mit dem Bug zur Mitte hin ausgerichtet. Die Kerben an den Bootsrändern sind deutlich zu sehen.

6 - Wie die Schildbürger Bauholz ins Tal brachten

Zum Bau ihres neuen dreieckigen Rathauses brauchten die Schildbürger auch Bauholz. Darum zogen sie zum Schildberg und fällten geeignete Bäume. Sie entfernten die Äste, trugen die schweren Baumstämme den Berg hinauf und auf der anderen Seite hinunter. Der letzte der Baumstämme entglitt ihnen und rollte allein den Berg hinab. Weil sie sich an dem selbstständigen Hinablaufen der Bauhölzer erfreuen wollten, schleppten sie alle Hölzer wieder hinauf. Sie fühlten sich belohnt für ihre große Mühe als die Hölzer nun allein den Berg hinab rollten.

Die Idee zum Hindernis:
Das Hindernis wurde als Ensemble aus aufgestapelten Baumstämmen gestaltet. Die schräge Stapelung der Hölzer soll daran erinnern, wie die Stämme im Schildbürgerstreich zu Tal rollten.

7 - Die Ratssitzung unter der Linde

Unter der Linde trafen sich die Schildbürger zur Sommerszeit regelmäßig, um Rat abzuhalten. Der Schultheiß leitete die Gemeindeversammlungen und führte das hohe Gericht. Für jeden Stadtrat war eine eigene Bank vorgesehen. Stets wurden die weisen und hochverständigen Ratschläge der Schildbürger kundgetan. Und da sich schließlich alle einig waren, dass für sie selbst nichts Nachteiliges entstehen konnte, wurde einhellig ein Beschluss gefasst: Jeder sollte sich überlegen, was für´s Erste zu tun sei und bei welchem Zipfel die Narrenkappe anzupacken wäre.

Die Idee zum Hindernis:
Das zentrale Element dieses Hindernisses bildet ein Baum – die Linde. In einer kreisförmigen Anordnung sind rund um den Baum die Bänke für die symbolische Ratssitzung der Stadträte aufgestellt.

8 - Die Brücke nach Schildau

Des Ruhmes und des hohen Verstandes wegen holte man einst die Schildaer Männer als kluge Ratgeber an Fürstenhöfe in nah und fern. Die Frauen blieben allein zurück, mussten sich um alle Angelegenheiten selbst kümmern und bald ging es in Schilda immer mehr bergab. Die Frauen beriefen ihre Männer schnellstens wieder nach Hause. So nahmen die Schildbürger eine närrische Art an, denn gerade ihre Klugheit war die Ursache, weshalb sie von Haus und Hof fort mussten. Sie entsagten sich ihrer Klugheit, wurden Narren und kehrten über diese Brücke nach Schilda zurück.

Die Idee zum Hindernis:
Diese formschöne Brücke soll einerseits Blickfang und andererseits der „Eingang“ in die Welt der Schildbürgerstreiche sein. Das akustische Erlebnis beim Passieren der Brücke wurde dabei bewusst gestaltet.